Husqvarna 536 Li XP

Die schwedische Energiewende

Der Markt für Akkusägen boomt. Vor allem Handwerker, Baumpfleger und Gärtner nutzten mittlerweile immer häufiger die kabellose Elektrosäge. Aber auch für Jäger, Naturschützer und qualitätsorientierte Haus- und Gartenbesitzer stellen Akkusägen eine echte Alternative zur Benzinmotorsäge dar. Der Vorteil liegt dabei auf der Hand: Keine Abgasbelastung in geschlossenen Räumen, keine Gefährdung der Umwelt durch Kraftstoff, weniger Lärmbelästigung für die Nachbarschaft und Starten auf Knopfdruck sind nur drei der vielen Vorteile, über die eine Akkusäge verfügt.

Die Firma Husqvarna bietet seit kurzem gleich drei verschiedene Akkusägen Ihren Kunden an. Mit der 436 Li richtet sich der schwedische Hersteller eher an den qualitätsorientierten Hobbyanwender. Mit den beiden Profi-Modellen, der 536 Li XP und die T 536 Li XP (Top-Handle = Baumpflegesäge), bietet Husqvarna hingegen ganz klar Sägen für den professionellen Einsatz an. Der Lieferumfang mit zwei Akkus, Schnellladegerät und vor allem die hohe Kettengeschwindigkeit von 20m/sec sind Eigenschaften, die der Profi zu schätzen weiß. Im übertragenen Sinn haben wir von www.motorsägenkette-schärfen.de voller Spannung die neue Husqvarna 536 Li XP einem Praxistest unterzogen.

Lieferumfang & Preise

536 Li XP
Die 536 Li XP kann mit Komplettausstattung geordert werden. Dazu gehören neben der Säge mit 14 Zoll-Schneidegarnitur (d.h. 3/8 Zoll Niedrigprofilkette und Führungsschiene mit 35 Zentimeter Schneidlänge)

  • ein Schnellladegerät mit Lüfter,
  • zwei Akkus mit je 3 Amperstunden (Ah) Ladungsträgerkapazität
  • Kombischlüssel
  • Transportschutz für die Schneidegarnitur
  • Betriebsanweisung

Für das hier beschriebene Lieferpaket müssen dann beim Händler 929,- Euro den Besitzer wechseln. Kein Pappenstiel wie wir finden, aber absolut vergleichbar mit anderen Herstellern, wenn man den Lieferumfang und das Preis-/Leistungsverhältnis ganz genau unter die Lupe nimmt.

Alternativ gibt es zum Preis von 359,- Euro auch die Säge ohne Akkus und Ladegerät. Diese Kaufoption richtet sich an Husqvarnakunden, die bereits andere Akkugeräte (z.B. Rasentrimmer, Heckenscheren) ihr Eigen nennen.

T 536 Li XP
Die Baumpflegesäge wird mit dem oben genannten Lieferumfang angeboten. Den einzigen Unterschied stellt die für die Baumpflegearbeiten kürzere 12 Zoll-Schneidegarnitur dar. Für die T 536 Li XP mit der Vollausstattung möchte der Händler dann 899,- Euro haben.

Auch hier hat der Kunde die Kaufoption ohne Akkus und muss dann für die Säge ohne Ladegerät und Energiespeicher nur 399,- Euro berappen.

436 Li
Wie schon erwähnt richtet sich dieses Angebot wohl eher an qualitätsorientierte Käufer, die nur einen semiprofessionellen Einsatz der Säge planen. Der Unterschied zu den beiden anderen Sägen liegt vor allem in der deutlich geringeren Kettengeschwindigkeit von „nur“ 15m/sec, doch dazu später mehr. Die 436 Li wird im Komplettpaket mit einer 12-Zoll Führungsschiene, einem Ladegerät mit Lüfter und einem Akku für insgesamt 619,- Euro vom Fachhändler angeboten.

Technische Details

Beide Sägen weisen eine schlanke Bauweise auf. Dadurch vereinfacht sich das Arbeiten an schwierigen Arbeitsplätzen. Zudem ist der Schwerpunkt der Sägen für eine Akkusäge nahezu optimal austariert, was wiederum die Belastung des Anwenders reduziert.
Die Sägen verfügen über einen EIN/AUS-Schalter, der auch nach kurzer Zeit die Säge selbsttätig abschaltet. Das schützt vor unbeabsichtigtem Gas geben und erhöht so die Arbeitssicherheit.
Bei eingelegter Kettenbremse oder bei einer Störung (z.B. zu hohe Motortemperatur) weisst die rote Kontrollleuchte den Anwender deutlich darauf hin.
Der Akku wird von der Seite her eingeschoben. Die Bauweise reduziert das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit. Dennoch gibt der Hersteller als regelmäßige Wartungsarbeit die Reinigung der Kontakte an. Eine übermäßige Verschmutzung konnten wir im Test auch nicht feststellen.
Auf Tastendruck gibt der Akku Auskunft über die Ladekapazität. Jede der vier Dioden steht für ca. 25 % Akkuladung. Leuchten z.B. drei Dioden auf und eine Diode blinkt, so hat der Akku zwischen 75% und 99% seiner maximalen Ladungskapazität.
Der Kettenraddeckel wird mit einer verliersicheren Mutter angezogen. Dieses kleine aber feine Detail weiß der Anwender vor allem im Wald und auf der Baustelle zu schätzen, wenn mal schnell der Kettenraddeckel abmontiert werden soll.
Beide Sägen verfügen über 3/8 Zoll Ketten mit Niedrigprofil. Zusätzlich sind Sicherheitstiefenbegrenzer und -verbindungslaschen verbaut um eine möglichst geringe Rückschlagsneigung zu erhalten.
Das regelmäßige Auffüllen des Kettenöls gerät leicht in Vergessenheit. Was beim Einsatz der Benzinmotorsäge zur Routine geworden ist, muss bei der Akkusäge konsequent bedacht werden. Hinzu kommt, dass der Anwender durch andere Akkugeräte diese Handlung verlernt hat. Es wird halt immer nur der Akku gewechselt. Darum: Immer regelmäßig den Ölstand kontrollieren. Der durchsichtige Öltank erleichtert zudem die Kontrolle.
Die Baumpflegesäge T 536 Li XP wird mit dem Warnhinweis „Diese Motorsäge darf nur von besonders ausgebildetem Personal eingesetzt werden“ ausgeliefert.
Bitte bedenken Sie: Eine Top-Handle-Säge ist KEINE Einhandsäge!

Praxistest "Gehölzpflege"

Akkusägen sind schon praktisch! Auspacken, Akku aufladen und in der Zeit die Schneidegarnitur montieren. Anschließend den Kettenöltank auffüllen und bis das der Akku geladen ist noch einen Blick in die Betriebsanweisung werfen. Nach knapp 15 Minuten ist der Akku zum ersten Mal aufgeladen. Das liegt daran, dass der Energiespeicher vom Hersteller bereits vorgeladen wurde. Eine vollständige Aufladung dauert hingegen ca. 35 Minuten.

Nach dem langen Winter müssen jetzt dringend unsere Sträucher rund ums Haus eingekürzt werden. Hier kommt uns die neue Husqvarna 536 Li XP gerade recht. Noch früh am Morgen legen wir los. Zwar ist das surrende Motorengeräusch des bürstenlosen Elektromotors relativ ungewohnt, aber die Nachbarschaft bleibt eben vom typischen Lärm einer Motorsäge verschont. Das freut die Anwohner und fördert per se schon mal das nachbarschaftliche Verhältnis.

Ein Blick auf die Säge verrät einen Schallleistungspegel von 106 dB(A). Zum Vergleich schauen wir beim großen Bruder, der Husqvarna 550 nach und entdecken hier die Angabe 116 dB(A). Zwar ist das Lärmempfinden eines Menschen subjektiv, wissenschaftlich betrachtet bedeutet ein Unterschied von 6 dB(A) aber die Verdopplung der Lautstärke. Demnach würde das bedeuten, dass die Husqvarna 536 Li XP also nur halb so laut wie eine Profi-Benzinmotorsäge ist.

Da uns das (subjektiv) nicht ganz so überzeugt, messen wir mit einem einfachen Schallpegelmeßgerät nach. Wir halten das Messgerät bei beiden Motorsägen an das Ohr des Anwenders und registrieren bei der Husqvarna 536 Li XP einen Wert von 96,8 dB(A) und bei der Motor-Profisäge 550 XP einen Wert von 99,4 dB(A). Das wiederum bedeutet, dass die Benzinmotorsäge in etwa 67 % lauter ist wie die Akkusäge. Das kommt auch unserem subjektiven Eindruck sehr nahe. Ein klarer Pluspunkt für die Anwendung der Husky 536 Li XP in bewohnten Gebieten.

Weiter geht es mit der Gehölzpflege. Schnell geht die Arbeit von der Hand. Die hohe Kettengeschwindigkeit erzeugt einen glatten Schnitt. Den Wundverschluss störende Ausrisse im Holz bleiben so weitestgehend aus. Die schmale Bauweise der Säge ermöglicht auch Schnitte an verwinkelten Trieben und der zentrale Schwerpunkt vereinfacht das Umlegen der Säge aus der vertikalen in eine horizontale Sägenhaltung. So ist binnen kürzester Zeit die Arbeit erledigt noch bevor der Nachbar vom Brötchen holen zurückkommt.

Alles in allem zeigt sich hier die Stärke der Akkusäge aus Schweden. Die Säge ist sehr handlich und hat eine hohe Schnittleistung in Verbindung mit einer kleinen Zahnform. Die Husky verfügt über viele Details die geradezu ideal sind für eine Anwendungen iim Garten- und Landschaftsbau. Weniger Lärmemissionen und vor allem kein 2-Takt-Geruch sind optimale Vorraussetzungen für die Anwendung in sensiblen Bereichen wie Wohngebieten oder Kur- und Krankenhausregionen.

Bildergalerie "Gehölzpflege"

Praxistest "Schnittgeschindigkeit"

Husqvarna betont immer wieder, dass die Säge über eine „einzigartige Kettengeschwindigkeit von 20 Metern pro Sekunde“ verfügt. Was das für den Anwender bedeutet, wollen wir in einem einfach gehaltenen Test verdeutlichen.

An einem zylindrisch-rundem Birkenstamm mit 15 cm Durchmesser soll die Husky drei Scheiben mit ca. 3 cm Holzstärke abschneiden. Wir stoppen für jeden Schnitt die Zeit. Anschließend wiederholen wir den Test mit einer Akkusäge eines anderen Herstellers. Um Unregelmäßigkeiten im Holz auszugleichen, wiederholen wir den Schnitttest nochmals, so das jede Säge insgesamt 6 Holzscheiben abtrennen muss.

Und noch etwas vorweg: je höher die Kettengeschindigkeit, desto ruhiger ist das Schnittverhalten! Das lässt sich zwar nur subjektiv wiedergeben, aber die Akkusäge von Husqvarna kommt, was die Laufruhe angeht, durchaus an eine gute Benzinmotorsäge heran. Einen wirklichen Unterschied können wir nicht feststellen.

Im Test zeigt sich dann auch der Vorteil der hohen Kettengeschwindigkeit. Im Durchschnitt benötigt die Husky 4,7 Sekunden für einen Schnitt, das Konkurrenzprodukt hingegen durchschnittlich 5,2 Sekunden. Damit bestätigt sich unserer Meinung nach die Werbebotschaft von Husqvarna.

Die Frage, ob und für wen die höhere Schnittgeschwindigkeit ein Vorteil ist und eine Rolle spielt, möchten wir von www.motorsaegenkette-schaerfen.de nicht beantworten und überlassen die Entscheidung unseren geneigten Lesern.

Die Akkusäge aus Schweden verfügt über eine „Stromspar-Modus“, genannt „savE“. Dieser reduziert die Motordrehzahl und damit auch die Kettengeschwindigkeit, gleichzeitig wird dadurch die Akku-Laufzeit erhöht. Daher muss in einem dritten Durchgang die Husqvarna 536 Li XP noch mal zeigen, wie viel Zeit die Säge mit aktiviertem „savE“ für die drei Schnitte benötigt.

Obwohl wir die geringere Kettengeschwindigkeit deutlich hören, macht sich der Stromsparmodus beim Schneiden kaum bemerkbar. Lediglich 0,1 Sekunde dauerte der Schnitt durch den Birkenstamm länger. Und rein subjektiv war der Unterschied allenfalls hörbar aber nicht wirklich spürbar.

Praxistest "Brennholz einschneiden"

In unserem letzten Test muss die Akkusäge noch mal alles geben. Wie schon in einem früheren Test wollen wir die Laufzeit und die Motorleistung in der Praxis testen. Dazu soll die flinke Schwedin möglichst viele Birkenstämme mit Durchmessern von 7 bis 18 cm in Brennholzscheite zerteilen. Alle Stämme sind 180 cm lang und werden mit der Säge fünf mal durchtrennt.

Mit frisch geladenem Akku geht es ans Werk. Schnell zeigen sich hier die Vorteile einer professionellen Akkusäge. Die Husky hat ein geringes Gewicht bei gleichzeitig bemerkenswerter Schnittleistung. Zudem stört kein Motorengeräusch in der Leerlaufphase und die Säge muss nicht dauernd mittels Anwerfvorrichtung gestartet werden. So macht die Arbeit richtig Spass!

Video zum Praxistest

Nach insgesamt 22 Birkenstämmen will der Akku neue Energie tanken. Insgesamt hat die Säge damit 110 Schnitte absolviert und dabei 0,33 Festmeter / bzw. 0,43 Raumeter Brennholz zerwirkt. Bedenkt man, dass der Akku im Verhältnis zu so manchen Konkurrenzprodukten „nur“ 3,0 Ah Ladungsträgerkapazität hat, so ist die Schnittleistung absolut vergleichbar. Hinzu kommt, dass die Husqvarna 536 Li XP mit zwei Akkus ausgeliefert wird. Da ein Ladezyklus bei uns ca. 37 Minuten gedauert hat, ist der Ladevorgang abgeschlossen bevor der in der Säge eingesetzte Energiespeicher leer ist. Ein ununterbrochenes Arbeiten ist somit möglich.

Bildergalerie "Brennholz einschneiden"

Fazit

Unser Dank gilt an dieser Stelle der Fa. Husqvarna für die freundliche Leihgabe der Säge zu Testzwecken. Hinzu kommt unsere Gratulation zu diesem wirklich gelungenen Werkzeug.

Die Säge ist ganz klar für den professionellen Einsatz im Handwerk konzipiert. Wer zudem hohe Ansprüche an sein eigenes Werkzeug stellt und keine Kompromisse eingehen will, der ist mit der neuen Husqvarna 536 Li XP bestens beraten. Eine für diese Antriebstechnologie hohe Schnittleistung gepaart mit einem starken Motor und einem hervorragenden Handling zeichnen das schwedische Produkt aus. Das gleich zwei verschieden Varianten lieferbar sind, verwundert bei Husqvarna eigentlich nicht wirklich, denn alles was die Skandinavier in der letzten Zeit neu auf den Markt gebracht haben, ist durchdachte Spitzenklasse.

Wer jetzt auf die Idee kommt, seine Benzinmotorsäge gegen ein Akkusäge einzutauschen um damit im Wald arbeiten zu wollen, den müssen wir leider enttäuschen. Dafür ist diese, nein dafür ist derzeit keine Akkusäge zu empfehlen. Für den Einsatz im Handwerk, auf Baustellen, im Garten- und Landschaftsbau und auch für den privaten Hausbesitzer, der bei der Gartenpflege auf Profiqualität setzt, ist diese Säge aber auf jeden Fall eine Empfehlung.

Vor Jahren lautete mal ein Werbeslogan: „Spiel, Spass und Spannung, dass geht nun wirklich nicht!“. Die Husqvarna 536 Li XP beweist das Gegenteil. Spielend leicht und mit Spass geht die Arbeit von der Hand. Und wer will bei einer Akkusäge behaupten, dass nicht auch noch Spannung mit im Spiel ist?